Mittelmeerkrankheiten bei Hunden

Die nachfolgend aufgeführten Krankheiten haben ihr Verbreitungsgebiet überwiegend in den tropischen und subtropischen Gebieten dieser Erde, Mitteleuropa und den mediterranen Ländern.
Unsere Tiere sind auf diese Erkrankungen gestestet. Bei Bedarf wird die entsprechende Behandlung unverzüglich eingeleitet. Diese Krankheiten sind ernst zu nehmen, doch lassen Sie sich nicht allzu sehr erschrecken, denn die Erfahrung zeigt, dass die Heilungserfolge sehr gut sind.

Ehrlichiose
Wird übertragen von der braunen Hundezecke. Verursacht durch Kleinstorganismen (Rickettsien), die sich in den weissen Blutzellen des Tieres festsetzen und von diesen in die Lymphknoten, die Leber und die Milz, später auch in andere Organe transportiert werden. 1 bis 3 Wochen nach der Ansteckung kommt es zum Ausbruch mit Fieberschüben bis 41 Grad, Appetitlosigkeit, Lymphknotenschwellungen und Krampfanfällen. Später können sich Knochenmarkschäden und chronische Blutarmut einstellen.
Symptome: Eitriger Nasen- und Augenausfluss, Krampfanfälle, Atemprobleme, Lähmungen der Hinterhand, Lethargie, Futterverweigerung, hohes Fieber, Blutarmut, Gewichtsverlust, Blutungen der Schleimhäute, Schwellungen im Bauchbereich, Veränderunge des weissen und roten Blutbildes
Therapie: Tetrazykline, Doxyzyklin oder Imidocarb (Imizol), Anabolika zur Stimulierung des Knochenmarks, Vitamin B, Aufbaupräparate
Gute Heilungschancen bei schneller Behandlung. Ungünstig bei weit fortgeschrittener Krankheit.

Babesiose
Wird durch Zecken übertragen. Es sind Einzeller, die sich in den roten Blutkörperchen des Tieres vermehren und sie zerstören. Dadurch werden u. a. Blutarmut und Gelbsucht ausgelöst. Der Zellzerstörung folgen heftige Immunreaktionen. Zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung liegen 10 Tage bis 3 Wochen.
Symptome: Schlechtes Allgemeinbefinden, hohes Fieber bis 42 Grad, Mattigkeit, Schwäche, Apathie, blasse bis gelbliche Schleimhäute, Milzvergrösserung, Blutarmut, Nierenversagen, Bewegungsstörungen, Krampfanfälle, Lähmungen
Therpie: Imidocarb (Imizol = Dipropionat)
Gut heilbar mit den oben genannten Medikamenten. Tödlicher Verlauf ohne jegliche Behandlung.

Leishmaniose
Ist eine geschwürige Haut- und Organkrankheit mit hoher Todesrate, wenn es zu spät erkannt wird. Wird übertragen durch die blutsaugende Schmetterlingsmücke (stechende Sandmücke, die Süsswasser zum Überleben braucht). Die übertragenen Einzeller vermehren sich gerne in den weissen Blutkörperchen und schwächen dadurch das Immunsystem. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung können Monate, manchmal sogar Jahre, vergehen.
Symptome: Gewichtsverlust trotz Appetits, verstärktes Harnvolumen, vermehrte Flüssigkeitsaufnahme, Nervenschmerzen, Gelenkentzündungen, Haarausfall, Pigmentstörungen, Lymphknotenschwellungen, Anämie
Therapie: Glucantime in Kombination mit Allopurinol, unterstützend Echinacea zur Erhöhung und Stärkung des Immunsystems
Bei Hunden unter 5 Jahren Spontanheilungen möglich, gute Heilungeschancen bei noch fehlenden Symptomen, ansonsten geringe völlige Heilungschancen, aber bei Behandlung lange Lebenserwartung

Dirofilariose (Herzwurm)
Parasit, der sich in der rechten Herzkammer, in der grossen Lungenarterie und der grossen Hohlvene ansiedelt. Übertragung erfolgt durch Stechmücken. Die Inkubationszeit kann Wochen oder Monate betragen. Ein Nachweis kann frühestens 6 Monate nach erfolgter Infektion vorgenommen werden.
Symptome: Gewichtsverlust, Konditionsverlust, Husten, Herz-, Leber- und Niereninsuffizienz, Lungenentzündung, Blutarmut
Therapie: Immiticide, Ivomec
Mit Behandlung gute Heilungschancen je nach Schweregrad der Erkrankung, ohne Behandlung tödlicher Verlauf nach 3 bis 5 Jahren